Sachsen treibt die Digitalisierung in der Pflege voran

Das Sächsische Staatsministerium für Soziales und Verbraucherschutz fördert mit Zuwendungen in Höhe von insgesamt 609.707,80 Euro das Tele-Care-Projekt »Einfach:ambulant« aus Mitteln des Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE).

»Wichtig ist, dass auch im Gesundheits- und Pflegewesen die Digitalisierung für Verbesserungen zum Einsatz kommt. Jedes einzelne Projekt in diesem Bereich steigert die Akzeptanz und den Nutzen von Telemedizin«, sagte Frau Staatsministerin Barbara Klepsch anlässlich der Übergabe der Förderbescheide.

Die Förderung des Projektes unterstreicht die Schwerpunktsetzung des Sächsischen Staatsministeriums für Soziales und Verbraucherschutz (SMS) im Bereich Telemedizin, E-Health und technischer Assistenzsysteme. Bereits im Juli 2016 erhielt die TU Chemnitz einen Zuwendungsbescheid über mehr als 2,5 Millionen Euro für das Tele-Care-Forschungsprojekt »Auxilia«.

Bei »Einfach:ambulant – Vereinfachte elektronische Pflegedokumentation für ambulante Pflegedienste durch Schnittstellen- und Informationsflussgestaltung« handelt es sich um ein Kooperationsprojekt der TU Dresden, der CareSocial GmbH aus Dresden und dem Pflegedienst Steuer aus Nünchritz.

Das Projekt konzentriert sich auf die Unterstützung ambulanter Pflegedienste sowie auf eine verbesserte Kommunikation und Information von und mit Angehörigen sowie weiteren Beteiligten, wie z. B. Ärzten, Apothekern und anderen Dienstleistern.

Ziel des Projektes ist es, über die Gestaltung von Schnittstellen zur Herstellung der Interoperabilität von Pflegesoftware mit technischen Assistenzsystemen und die Weiterentwicklung der elektronischen Pflegedokumentation:

Ressourcen optimaler einzusetzen, um zu einer verbesserten Versorgung Pflegebedürftiger beizutragen,
die Pflegedokumentation zu vereinfachen und die Effizienz der Pflegedienstleister in der Arbeitsplanung und Informationsbereitstellung zu erhöhen,
Informationen situativ und zielgruppenspezifisch bereitzustellen und
die Vernetzung der Akteure aus Medizin sowie Pflege und den Angehörigen zu fördern.

In der Umsetzung des Projektes werden Hausärzte, Angehörige, eine Apotheke, ein Sanitätshaus sowie Wundschwestern einbezogen.

Hintergrund zur EFRE-Förderung des SMS:

Dem SMS stehen im Zeitraum von 2014 – 2020 Fördermittel in Höhe von rund 28 Mio. Euro aus dem Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE) zur Förderung innovativer Ansätze im Bereich der Gesundheits- und Pflegewirtschaft zur Verfügung. Mit der EFRE-Förderung trägt der Freistaat Sachsen dazu bei, die demografische Entwicklung in Sachsen zu bewältigen und die sächsische Gesundheits- und Pflegewirtschaft nachhaltig zu stärken.

Die Förderung zielt auf innovative Maßnahmen ab, die durch die Vernetzung der Angebote und die Entwicklung und Anwendung von neuen Technologien auf die Herausforderungen des demografischen Wandels im Gesundheits- und Pflegesektor mit einem erheblich steigenden Bevölkerungsanteil älterer Menschen, mit zunehmendem Fachkräftemangel im Bereich der medizinischen und pflegerischen Versorgung sowie steigenden Kosten dieser Versorgung reagieren.

Gegenstand der Förderung sind E-Health-Maßnahmen, d. h. moderne Informations- und Kommunikationstechnologien, durch die Abläufe im Gesundheitswesen verbessert und die Bürger, Patienten, Gesundheits- und Pflegedienstleister miteinander vernetzt werden. Weiterhin gefördert werden Anwendungen des Ambient Assisted Living (Altersgerechte Assistenzsysteme für ein selbstbestimmtes Leben – AAL) aus verschiedenen Technologiefeldern, die es ermöglichen, unterschiedliche Dienstleistungsbereiche, insbesondere medizinische Dienstleistungen, Pflegeleistungen, Wohnen, Bewirtschaftung, Mobilität, wechselseitig zu vernetzen und interdisziplinäre, innovative Lösungen für die ambulante Versorgung älterer Menschen zu entwickeln.

Zuwendungsempfänger sind private, freigemeinnützige und öffentliche Unternehmen sowie Hochschulen und Forschungseinrichtungen, sofern diese vorhabenbezogen mit Unternehmen zusammenarbeiten.

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12
09
2017
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